WEITERBILDUNG VON FACHLEUTEN FÜR FACHLEUTE

FORUM KINDERSPRACHE

Das Forum Kindersprache wurde von Thorsten Lindenmeyer und Dr. Henning Rosenkötter, dem ehemaligen Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums Ludwigsburg 2006 ins Leben gerufen.

Seitdem organisieren und veranstalten wir ein- bis zweimal im Jahr Fortbildungstage rund um das Thema Sprachentwicklung. Diese Weiterbildungen richten sich an alle, die sich mit der Sprachentwicklung von Kindern beschäftigen oder berufliche Berührungspunkte mit diesem Thema aufweisen.

Die Veranstaltungen besitzen einen interdisziplinären Charakter. Logopäden, Ärzte, Pädagogen sind als Teilnehmer eingeladen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, Wissen aus ihren Disziplinen weiterzugeben und neben dem fachlichem Austausch das persönliche Kennenlernen zu fördern.

AKTUELLES SEMINAR

INFORMATION UND ANMELDUNG

Sprache und EST

Claudia Dürmüller, Winterthur

Claudia Dürmüller
Die Entwicklungspsychologische Sprachtherapie für Kinder im Vorschulalter
Freitag, 27.01.2023, 09.30 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

Claudia Dürmüller
Das Selbstkonzept von Kindern mit Spracherwerbsstörungen
Samstag, 28.01.2023, 09.30 Uhr bis ca. 15.30 Uhr

13 Fortbildungspunkte
Für ÄrztInnen und approbierte PsychologInnen werden die Fortbildungspunkte
analog den Richtlinien der Ärztekammer beantragt. Für LogopädInnen werden analog
des Versorgungsvertrags die Fortbildungspunkte ausgewiesen.

Seminargebühr: 240 EUR

 

Die Entwicklungspsychologische Sprachtherapie für Kinder im Vorschulalter

Das theoretische Modell und der sprachentwicklungspsychologische Therapieansatz von Dr. Barbara Zollinger bieten für die logopädisch-sprachtherapeutische Praxis ein bewährtes Instrument für die Abklärung und Therapie von kleinen Kindern.

In diesem Kurs werden die Spiel- und Sprachentwicklung von Kindern thematisiert, die das Symbolspiel und die Bedeutung der Sprache bereits entdeckt haben, aber auch im Vorschulalter Unterstützung in der (Sprach-)entwicklung brauchen. Dabei werden im ersten Teil die Meilensteine in der Spiel- und Sprachentwicklung des 4. bis 6. Lebensjahres aufgezeigt. Darauf aufbauend wird thematisiert, was es in der Diagnostik mit älteren Kindern zu beachten gibt und es werden Möglichkeiten und Ideen für die Therapie von Kindern im Vorschulalter vorgestellt. Die theoretischen Ausführungen werden anhand vieler Videobeispiele aus der Praxis veranschaulicht.

 

Das Selbstkonzept von Kindern mit Spracherwerbsstörungen

In der Arbeit mit Kindern mit Spracherwerbsstörungen kann beobachtet werden, dass sie häufig wenig Vertrauen in sich und in ihre Fähigkeiten haben. Dies zeigt sich beispielsweise in einer Zurückhaltung im Handeln und Sprechen. Wenn ihre Schwierigkeiten thematisiert wer- den, wenden sie sich ab oder scheinen die Schwierigkeiten zu ignorieren. Wenig Selbstvertrauen oder ein negatives Selbstkonzept können den Spracherwerbsprozess hemmen und sogar blockieren.

Neben den Ausführungen zur Theorie des Selbstkonzepts werden anhand von vielen Videobeispielen Möglichkeiten aufgezeigt, wie (sprach-)entwicklungsaffällige Kinder eine sichere Repräsentation ihres Selbst entwickeln, sich als selbstwirksam erleben können und wie ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden kann. Zudem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man mit Kindern über ihre Schwierigkeiten sprechen kann.

 

Claudia Dürmüller, MSc, dipl. Logopädin
Claudia Dürmüller arbeitet seit 16 Jahren als Logopädin
und hat sich in der entwicklungspsychologischen Sprach-
therapie mit kleinen Kindern spezialisiert. Zwischen 2011
und 2019 arbeitete sie am Zentrum für kleine Kinder in
Winterthur in enger Zusammenarbeit mit Barbara Zol-
linger. 2019 hat sie die logopädische Praxis des Zentrums
mit zwei Kolleginnen übernommen. Im Frühjahr 2013
schloss sie den Masterlehrgang in Logopädie an der Do-
nauuniversität in Krems ab. Seither gibt sie Fortbildungen
im In- und Ausland.

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SEMINARE IM ÜBERBLICK

2022 – FORUM KINDERSPRACHE
Sprache und Schule – den Übergang gestalten
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc

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Ob Kinder mit Erfolg ihre schulische Laufbahn beenden werden, lässt sich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit schon an ihrem ersten Schultag prognostizieren. Bildung beginnt also weit vor der Einschulung und dem Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule.
Im Forum Kindersprache 2022 wollen wir uns mit den Fähigkeiten beschäftigen, die Kinder für einen längerfristigen Bildungserfolg benötigen. Außerdem wollen wir strategische Überlegungen anstellen, wie diese Fähigkeiten vor allem von Kindern mit Auffälligkeiten durch Förderung und Therapie erworben werden können.

 

 

 

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn

Professor für Psychologie
und Leiter der Abteilung „Bildung und Entwicklung“ am DIPF |
Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.
Vorsitzender der Sprechergruppe des LERN-Netzwerks.

 

 

 

Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc

Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc,
staatlich examinierte Logopädin,
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität zu Lübeck,
ehemalige Professur für Logopädie an der EUFH-Rostock (2012-2019),
sowie Hochschule Fresenius Idstein/Hamburg (2002-2012).

2021 – FORUM KINDERSPRACHE
Online-Seminar Forum Kindersprache 2021
Katrin Riederer | Dr. Blanca Schäfer

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Katrin Riederer

Katrin Riederer absolvierte ihre Ausbildung zur Logopädin von 1999-2002. Danach arbeitete sie zwei Jahre als Logopädin in einer freien Praxis. 2003 – 2004 war sie als Logopädin an einer Schule zur individuellen Sprachförderung beschäftigt. von 2003 – 2007 war sie als Lehrlogopädin (Fachbereich Kindersprache) an einer Berufsfachschule für Logopädie angestellt. In dieser Zeit schloss sie ein Masterstudium (MSc. In Human Communication Sciences) in Sheffield (GB) und eine pädagogische Zusatzqualifikation für Lehrkräfte an Berufsfachschulen des Gesundheitswesen ab. 2007 – 2011 war Katrin Riederer Mitarbeiterin an der Phillips-Universität Marburg, Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften, Institut für Germanistische Sprachwissenschaften, Arbeitsgruppe Klinische Linguistik. Seit 2008 arbeitet sie als freie Dozentin in der Fort- und Weiterbildung im In- und Ausland. Von 2012 – Mai 2017 war Frau Riederer wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Medical School der Hochschule Fresenius, Fachbereich Gesundheit und Soziales in München. Von 2016 – 2019 arbeitete sie als Schulkreisleitung an der Fachstelle Logopädie der Stadt Zürich. Seit August 2019 ist sie als Teamleitung an der Sprachheilschule Zürich der Stiftung Sprachheilschulen des Kantons Zürich tätig.

Einblick in die frühe Wortschatztherapie

Die frühe Identifikation von Verzögerungen der frühen Sprachentwicklung von Kindern – Late Talker – gewinnt immer mehr an Bedeutung in der sprachtherapeutischen Praxis. Trotz intensiver Forschung zu Late Talker, stellen sich im Praxisalltag immer wieder verschiedene Fragen: wie kann man solche kleinen Kinder diagnostizieren? Welche Aspekte sollten bei der Therapie eingebaut werden? Einführend wird ein Überblick über den physiologischen Spracherwerb aufgezeigt. Aufbauend auf dieser Grundlage werden gemeinsam mögliche sprachliche Abweichungen diskutiert und wichtige Aspekte bei der Diagnostikplanung dargestellt. Abschließend werden verschiedene Interventionsmethoden zum frühen Wortschatzaufbau vorgestellt. Fokussiert werden fachpraktische Beispiele aus den Materialien zur Wortschatztherapie nach PLAN (Siegmüller & Kauschke, 2016).

 

 

 

Dr. Blanca Schäfer

Dr. Blanca Schäfer schloss ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin 2000 an der Schule für Logopädie an der Philipps-Universität in Marburg ab. Zwischen 2000 und 2004 studierte sie Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH-Aachen und arbeitete gleichzeitig in einer logopädischen Praxis mit dem Schwerpunkt Kindersprache. Darauf folgte an der University of Sheffield (England) eine Lehrtätigkeit und Promotion zum Thema Phonologische Bewusstheit im Vorschulalter. Zwischen 2009 und 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Newcastle University (England) und wirkte an der Überarbeitung und Re-Standardisierung der New Reynell Developmental Language Scales mit. Darauf folgten 2 Jahre an der Hochschule Fresenius Hamburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Professorin mit den Themenschwerpunkten Prävention und Behandlung von Lese-Rechtschreibstörungen und evidenzbasiertes Arbeiten. Parallel arbeitete sie als freiberufliche Logopädin. Zurück in England arbeitete sie für zwei Jahre als Postdoctoral Research Associate an einem Projekt zur Evaluation eines Sprachförderprogramms im Vorschulalter, ein Jahr als Visiting Lecturer an der University of Chester und schließlich zwischen 2015 und 2018 als Lecturer an der University of Sheffield. Sie zog 2018 mit ihrer Familie zurück nach Deutschland und ist momentan als freiberufliche Logopädin und Seminarleiterin tätig.

Warum passt der Schal zum Wal? Phonologische Bewusstheit im Kindergarten– und Vorschulalter

Hintergrund

Phonologische Bewusstheit (PhB) bezeichnet ein komplexes Konstrukt. Es wird definiert als die Fähigkeit eines Individuums, die phonologische Struktur eines Wortes unabhängig von dessen Bedeutung wahrzunehmen, zu analysieren und zu manipulieren. Die Entwicklung der PhB erscheint bereits im Vorschulalter u. a. für den Phonologieerwerb und den nachfolgenden Lese-Rechtschreib-Erwerb von großer Bedeutung. Kinder mit Sprach- und Sprechauffälligkeiten zeigen z. B. schwächere Leistungen in PhB-Aufgaben. PhB kann bereits im Vorschulalter gefördert werden. Jedoch profitieren sprachauffällige Kinder wenig von einer PhB-Gruppenförderung und benötigen eine individuelle Intervention. Defizite in der PhB sollten daher frühzeitig diagnostiziert und gezielt gefördert werden.

Seminarbeschreibung

Das Seminar beschäftigt sich sowohl mit dem theoretischen Konstrukt als auch mit der Entwicklung der PhB im Kindergarten- und Vorschulalter. Außerdem wird die Bedeutung der PhB für unterschiedliche Aspekte der Sprach- und Schriftsprachentwicklung thematisiert. Des Weiteren wird die Differentialdiagnostik der PhB anhand konkreter Fallbeispiele und des Tests für Phonologische Bewusstheitsfähigkeiten (TPB, Fricke & Schäfer, 2008) dargestellt und besprochen. Es wird zudem diskutiert, wie Diagnostikergebnisse in der Therapieplanung berücksichtigt und umgesetzt werden können. Abschließend werden mögliche Therapieansätze und -materialien vorgestellt.