WEITERBILDUNG VON FACHLEUTEN FÜR FACHLEUTE

FORUM KINDERSPRACHE

Das Forum Kindersprache wurde von Thorsten Lindenmeyer und Dr. Henning Rosenkötter 2006 ins Leben gerufen.

Seitdem organisieren und veranstalten wir ein- bis zweimal im Jahr Fortbildungstage rund um das Thema Sprachentwicklung. Diese Weiterbildungen richten sich an alle, die sich mit der Sprachentwicklung von Kindern beschäftigen oder berufliche Berührungspunkte mit diesem Thema aufweisen.

Die Veranstaltungen besitzen einen interdisziplinären Charakter. Logopäden, Ärzte, Pädagogen sind als Teilnehmer eingeladen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, Wissen aus ihren Disziplinen weiterzugeben und neben dem fachlichem Austausch das persönliche Kennenlernen zu fördern.

AKTUELLES SEMINAR

INFORMATION UND ANMELDUNG

Forum Kindersprache 2027 – Redefluss im Fokus

Armin Bings, Hannah Harrer, Dr. Patricia Sandrieser, Dr. Susanne Cook

Armin Bings
Was zählt in der Stottertherapie? – Selbstwirksamkeit und Teilhabe im Fokus
Freitag, 22.01.2027, 09.30 Uhr bis 11.00 Uhr

Hannah Harrer, Dr. Patricia Sandrieser
Elternarbeit in der Logopädie – Am Beispiel der Elterngruppen im KIDS-Konzept
Freitag, 22.01.2027, 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr

Dr. Patricia Sandrieser
“Müssen wir wirklich zum Bäcker gehen?“ – In vivo-Arbeit in der Stottertherapie
Freitag, 22.01.2027, 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Dr. Susanne Cook
Schneller als gedacht: Poltern erkennen, diagnostizieren und gezielt therapieren
Freitag, 22.01.2027, 16.00 Uhr bis 17.00 Uhr und
Samstag, 23.01.2027, 09.30 Uhr bis 15.30 Uhr

14 Fortbildungspunkte
Für ÄrztInnen und approbierte PsychologInnen werden die Fortbildungspunkte
analog den Richtlinien der Ärztekammer beantragt. Für LogopädInnen werden analog
des Versorgungsvertrags die Fortbildungspunkte ausgewiesen.

Seminargebühr: 295 EUR

Armin Bings

Was zählt in der Stottertherapie? – Selbstwirksamkeit und Teilhabe im Fokus

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Stottern rückte in den vergangenen Jahren neben den beobachtbaren Sprechunflüssigkeiten zunehmend die subjektive Erfahrung des Stotterns in den Fokus. Yaruss und andere Autoren zeigen, dass Stottern weitreichende Auswirkungen auf Emotionen, Kognitionen, Identität, Kommunikation und soziale Teilhabe haben kann. Im Licht dieser Erkenntnisse muss auch die Frage neu gestellt werden, woran sich Erfolg in der Stottertherapie messen lässt.

Was bedeutet die konsequente Berücksichtigung der Stottererfahrung konkret für die Stottertherapie bei Kindern? Wie können therapeutische Ziele im Hinblick auf kommunikative Selbstwirksamkeit, Partizipation und Lebensqualität gemeinsam mit Kindern und ihren Familien entwickelt und erreicht werden? Das 3E-Modell von Gore & Luckman hierfür einen konzeptionellen Rahmen, der unterschiedliche Dimensionen der Therapie in den Blick nimmt und fortlaufend neue Forschungsergebnisse berücksichtigt.

Der Vortrag verbindet theoretische Grundlagen mit Implikationen für die klinische Praxis, Anhand von therapeutischen Konzepten wie Palin PCI oder dem CARE-Modell wird beispielhaft demonstriert, wie eine moderne Stottertherapie aussehen kann, die das Kind als kommunikative Person in den Mittelpunkt stellt.

Armin Bings ist Logopäde (B.Sc.), Stottertherapeut (ivs), Certified European Stuttering Specialist (CESS) und seit 1999 in eigener Praxis in Grevenbroich tätig. Seit 2026 ist er Vorstandsmitglied der „Interdisziplinären Vereinigung für Stottern, Poltern und Mutismus e.V. (ivs)“.

 

Hannah Harrer / Dr. Patricia Sandrieser

Elternarbeit in der Logopädie – am Beispiel der Elterngruppen im KIDS-Konzept

Alle finden Elternarbeit wichtig, aber kaum jemand bietet Elterngruppen an. Ist es der organisatorische Aufwand, die Unsicherheit bezüglich der Abrechnung oder etwas ganz anderes, das dafür verantwortlich ist?

Das Therapiekonzept KIDS rät zum Angebot von flankierenden Elterngruppen. Hierfür wurde jetzt ein Konzept entwickelt.

Welche Bedeutung hat die Elternarbeit in der Stottertherapie und wie können Eltern darin unterstützt werden, das Stottern ihres Kindes besser zu verstehen und im Alltag hilfreich damit umzugehen? Ausgehend davon werden die Inhalte und die Gestaltung der Elterninformationsabende sowie das entwickelte Material zur Begleitung der Elternarbeit «Mein Kind stottert» vorgestellt. Abschließend werden Erfahrungen aus der Durchführung sowie Rückmeldungen und das Erleben der Eltern aufgegriffen.

Hannah Harrer hat ihr Studium an der Hochschule für Logopädie Ostschweiz absolviert. In ihrer Bachelorarbeit hat sie sich mit dem Thema der Arbeit von Eltern mit stotternden Kindern beschäftigt und ein Elternprogramm für diese Eltern entwickelt und erprobt. Sie arbeitet am heilpädagogischen Zentrum hpz Schaan in Lichtenstein.

Dr. Patricia Sandrieser war nach ihrer Ausbildung zur Logopädin und dem Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an den Universitätskliniken Tübingen und Münster tätig. Danach folgte eine wissenschaftliche Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zum Thema kindliches Stottern an der Universität Düsseldorf. Ihre Dissertation hat sie über Stottern im Kindesalter verfasst. Seit 2005 ist sie leitende Logopädin am Katholischen Klinikum Koblenz. Seit 2011 ist sie dort außerdem als therapeutische Leitung der ambulanten CI-Rehabilitation tätig. Sie kommt Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten nach.

 

 

Dr. Patricia Sandrieser

„Müssen wir wirklich zum Bäcker gehen?“ – in-vivo-Arbeit in der Stottertherapie

Wir Alle wissen, wie wichtig die in-vivo-Arbeit in der Stottertherapie ist. Aber nicht immer gelingt es, die Therapie nach Draußen zu verlegen. Deshalb beleuchten wir mit diesem Vortrag die Hürden und Hemmnisse und berichten von alltagsnahen Möglichkeiten, Stottertherapie in-vivo durchzuführen: mit unterschiedlichen Altersgruppen, in verschiedenen Settings, in kleinen Gruppen und sogar online.

Dr. Patricia Sandrieser war nach ihrer Ausbildung zur Logopädin und dem Studium der Lehr- und Forschungslogopädie an den Universitätskliniken Tübingen und Münster tätig. Danach folgte eine wissenschaftliche Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zum Thema kindliches Stottern an der Universität Düsseldorf. Ihre Dissertation hat sie über Stottern im Kindesalter verfasst. Seit 2005 ist sie leitende Logopädin am Katholischen Klinikum Koblenz. Seit 2011 ist sie dort außerdem als therapeutische Leitung der ambulanten CI-Rehabilitation tätig. Sie kommt Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten nach.

 

 

Dr. Susanne Cook

Schneller als gedacht: Poltern erkennen, diagnostizieren und gezielt therapieren

Poltern ist eine Redeflussstörung, die im klinischen Alltag häufig übersehen oder mit Stottern verwechselt wird, nicht zuletzt, weil sie weniger bekannt ist und in der Ausbildung oft zu wenig Beachtung findet.

Zu Beginn des Vortrags wird ein theoretischer Überblick über Poltern gegeben, um eine fundierte Grundlage für Diagnostik und Therapie zu schaffen. Anschließend werden konkrete Werkzeuge zur Erkennung und Diagnostik von Poltern sowie zur differentialdiagnostischen Abgrenzung vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung individueller, realistisch erreichbarer Therapieziele sowie auf der Planung wirksamer, alltagsnaher Interventionen. Anhand konkreter Fallbeispiele bietet der Workshop praxisnahe Einblicke und greift typische Herausforderungen aus der therapeutischen Arbeit auf. Darüber hinaus wird eine Studie mit Lehrkräften vorgestellt, deren Ergebnisse wertvolle Impulse für Beratungsgespräche mit Eltern und PädagogInnen liefern. Ergänzend geben authentische Zitate von Betroffenen Einblick in deren Wünsche und Bedürfnisse – ein Perspektivwechsel, der die therapeutische Arbeit bereichert.

Durch die Verbindung von Fachwissen und praxisnahen Beispielen erhalten die Teilnehmenden konkrete Ideen für den logopädischen Alltag, um Kinder mit Poltern einfühlsam und wirkungsvoll zu begleiten.

Dr. Susanne Cook ist Logopädin mit einem besonderen Interesse an Stottern und Poltern. Derzeit praktiziert sie in den USA, wo sie an einer High School arbeitet und als Mentorin für Stottern und Poltern in ihrem Schulbezirk tätig ist. Ihren PhD erwarb sie 2011 am University College London. Sie war Gründerin und therapeutische Leiterin der Stotterintensivtherapie „Sommercamp Hessen“, die von 2001 bis 2011 einmal jährlich in der Nähe von Frankfurt stattfand. Sie ist Mitautorin der evidenzbasierten Leitlinien für Redeflussstörungen. Dr. Cook ist außerdem Präsidentin des Weltpolterverbandes. Ihre aktuellen Forschungsinteressen umfassen Poltern, Strategien für Lehrkräfte sowie die psychosoziale Belastung von Menschen, die stottern und/oder poltern. 2024 erhielt sie den Deso Weiss Award für Excellence in Cluttering.

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SEMINARE IM ÜBERBLICK

2026 – FORUM KINDERSPRACHE
Mehrsprachigkeit begegnen

Weg vom monolingualen Mindset – Perspektiven für eine gerechte Sprachentwicklungsdiagnostik bei mehrsprachigen Kindern in superdiversen Lebenswelten
Dr. phil. Wiebke Scharff Rethfeldt

Kultursensitive Zusammenarbeit mit Eltern in der sprachlichen Diagnostik,
Therapie/Förderung und Beratung
Judith Häusermann

 

2025 – FORUM KINDERSPRACHE

Unterstützte Kommunikation (UK) in den ersten sechs Lebensjahren. Den Einstieg in Beratung und Therapie erfolgreich meistern.
Dr.in Kerstin Nonn

Es lohnt sich! Diagnostik und Frühintervention bei spätem Sprechbeginn.
Ergebnisse aus der Heidelberger Late-Talker-Längsschnittstudie.
Dr.in Anke Buschmann

Wie lernen Kinder zwischen 3 und 7 Jahren?
Meilensteine und Folgen der kognitiven und motivationalen Entwicklung.
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn

Vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen!
Geschichten entwickeln mit Kindern in der logopädischen Therapie.
Antje Voß

Troubleshooting in der Arbeit mit dem PLAN Phonologie Material
Tanja Jahn

 

2024 – FORUM KINDERSPRACHE
Barbara Zollinger und die Entdeckung der Sprache

Die Triade und ihre Bedeutung für die Abklärung, Therapie und Beratung im Konzept der Entwicklungspsychologischen Sprachtherapie
Dr. Barbara Zollinger

Vom Turn-Taking zum Dialog – Frühe pragmatisch-kommunikative Kompetenzen
Barbara Vischer

Zwillinge – Besonderheiten im frühen Spracherwerb
Kathrin Hohl

Keeping the child in Mind – Mentalisieren in der frühen Sprachtherapie
Susanne Mathieu

Entwicklungspsychologische Sprachtherapie – auch bei Kindern mit Autismusverdacht
Eva Graf

Logopädische Therapiegruppen
Stefanie Fisch

Jetzt braucht sie das Tablet nur noch zwei Stunden am Tag – Mediennutzung von Kindern mit Sprachentwicklungsauffälligkeiten
Claudia Dürmüller

2023 – FORUM KINDERSPRACHE
Sprache und EST

Die Entwicklungspsychologische Sprachtherapie für Kinder im Vorschulalter
Claudia Dürmüller

Das Selbstkonzept von Kindern mit Spracherwerbsstörungen
Claudia Dürmüller

mehr
Die Entwicklungspsychologische Sprachtherapie für Kinder im Vorschulalter

Das theoretische Modell und der sprachentwicklungspsychologische Therapieansatz von Dr. Barbara Zollinger bieten für die logopädisch-sprachtherapeutische Praxis ein bewährtes Instrument für die Abklärung und Therapie von kleinen Kindern.

In diesem Kurs werden die Spiel- und Sprachentwicklung von Kindern thematisiert, die das Symbolspiel und die Bedeutung der Sprache bereits entdeckt haben, aber auch im Vorschulalter Unterstützung in der (Sprach-)entwicklung brauchen. Dabei werden im ersten Teil die Meilensteine in der Spiel- und Sprachentwicklung des 4. bis 6. Lebensjahres aufgezeigt. Darauf aufbauend wird thematisiert, was es in der Diagnostik mit älteren Kindern zu beachten gibt und es werden Möglichkeiten und Ideen für die Therapie von Kindern im Vorschulalter vorgestellt. Die theoretischen Ausführungen werden anhand vieler Videobeispiele aus der Praxis veranschaulicht.

 

Das Selbstkonzept von Kindern mit Spracherwerbsstörungen

In der Arbeit mit Kindern mit Spracherwerbsstörungen kann beobachtet werden, dass sie häufig wenig Vertrauen in sich und in ihre Fähigkeiten haben. Dies zeigt sich beispielsweise in einer Zurückhaltung im Handeln und Sprechen. Wenn ihre Schwierigkeiten thematisiert wer- den, wenden sie sich ab oder scheinen die Schwierigkeiten zu ignorieren. Wenig Selbstvertrauen oder ein negatives Selbstkonzept können den Spracherwerbsprozess hemmen und sogar blockieren.

Neben den Ausführungen zur Theorie des Selbstkonzepts werden anhand von vielen Videobeispielen Möglichkeiten aufgezeigt, wie (sprach-)entwicklungsaffällige Kinder eine sichere Repräsentation ihres Selbst entwickeln, sich als selbstwirksam erleben können und wie ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden kann. Zudem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man mit Kindern über ihre Schwierigkeiten sprechen kann.

2022 – FORUM KINDERSPRACHE
Online-Seminar Forum Kindersprache 2022

Sprache und Schule – den Übergang gestalten
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn
Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc

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Ob Kinder mit Erfolg ihre schulische Laufbahn beenden werden, lässt sich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit schon an ihrem ersten Schultag prognostizieren. Bildung beginnt also weit vor der Einschulung und dem Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule.
Im Forum Kindersprache 2022 wollen wir uns mit den Fähigkeiten beschäftigen, die Kinder für einen längerfristigen Bildungserfolg benötigen. Außerdem wollen wir strategische Überlegungen anstellen, wie diese Fähigkeiten vor allem von Kindern mit Auffälligkeiten durch Förderung und Therapie erworben werden können.

 

 

 

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn

Professor für Psychologie
und Leiter der Abteilung „Bildung und Entwicklung“ am DIPF |
Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.
Vorsitzender der Sprechergruppe des LERN-Netzwerks.

 

 

 

Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc

Prof. (FH) Annette V. Fox-Boyer PhD MSc,
staatlich examinierte Logopädin,
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität zu Lübeck,
ehemalige Professur für Logopädie an der EUFH-Rostock (2012-2019),
sowie Hochschule Fresenius Idstein/Hamburg (2002-2012).

2021 – FORUM KINDERSPRACHE
Online-Seminar Forum Kindersprache 2021
Katrin Riederer | Dr. Blanca Schäfer

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Katrin Riederer

Katrin Riederer absolvierte ihre Ausbildung zur Logopädin von 1999-2002. Danach arbeitete sie zwei Jahre als Logopädin in einer freien Praxis. 2003 – 2004 war sie als Logopädin an einer Schule zur individuellen Sprachförderung beschäftigt. von 2003 – 2007 war sie als Lehrlogopädin (Fachbereich Kindersprache) an einer Berufsfachschule für Logopädie angestellt. In dieser Zeit schloss sie ein Masterstudium (MSc. In Human Communication Sciences) in Sheffield (GB) und eine pädagogische Zusatzqualifikation für Lehrkräfte an Berufsfachschulen des Gesundheitswesen ab. 2007 – 2011 war Katrin Riederer Mitarbeiterin an der Phillips-Universität Marburg, Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften, Institut für Germanistische Sprachwissenschaften, Arbeitsgruppe Klinische Linguistik. Seit 2008 arbeitet sie als freie Dozentin in der Fort- und Weiterbildung im In- und Ausland. Von 2012 – Mai 2017 war Frau Riederer wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Medical School der Hochschule Fresenius, Fachbereich Gesundheit und Soziales in München. Von 2016 – 2019 arbeitete sie als Schulkreisleitung an der Fachstelle Logopädie der Stadt Zürich. Seit August 2019 ist sie als Teamleitung an der Sprachheilschule Zürich der Stiftung Sprachheilschulen des Kantons Zürich tätig.

Einblick in die frühe Wortschatztherapie

Die frühe Identifikation von Verzögerungen der frühen Sprachentwicklung von Kindern – Late Talker – gewinnt immer mehr an Bedeutung in der sprachtherapeutischen Praxis. Trotz intensiver Forschung zu Late Talker, stellen sich im Praxisalltag immer wieder verschiedene Fragen: wie kann man solche kleinen Kinder diagnostizieren? Welche Aspekte sollten bei der Therapie eingebaut werden? Einführend wird ein Überblick über den physiologischen Spracherwerb aufgezeigt. Aufbauend auf dieser Grundlage werden gemeinsam mögliche sprachliche Abweichungen diskutiert und wichtige Aspekte bei der Diagnostikplanung dargestellt. Abschließend werden verschiedene Interventionsmethoden zum frühen Wortschatzaufbau vorgestellt. Fokussiert werden fachpraktische Beispiele aus den Materialien zur Wortschatztherapie nach PLAN (Siegmüller & Kauschke, 2016).

 

 

 

Dr. Blanca Schäfer

Dr. Blanca Schäfer schloss ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Logopädin 2000 an der Schule für Logopädie an der Philipps-Universität in Marburg ab. Zwischen 2000 und 2004 studierte sie Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH-Aachen und arbeitete gleichzeitig in einer logopädischen Praxis mit dem Schwerpunkt Kindersprache. Darauf folgte an der University of Sheffield (England) eine Lehrtätigkeit und Promotion zum Thema Phonologische Bewusstheit im Vorschulalter. Zwischen 2009 und 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Newcastle University (England) und wirkte an der Überarbeitung und Re-Standardisierung der New Reynell Developmental Language Scales mit. Darauf folgten 2 Jahre an der Hochschule Fresenius Hamburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Professorin mit den Themenschwerpunkten Prävention und Behandlung von Lese-Rechtschreibstörungen und evidenzbasiertes Arbeiten. Parallel arbeitete sie als freiberufliche Logopädin. Zurück in England arbeitete sie für zwei Jahre als Postdoctoral Research Associate an einem Projekt zur Evaluation eines Sprachförderprogramms im Vorschulalter, ein Jahr als Visiting Lecturer an der University of Chester und schließlich zwischen 2015 und 2018 als Lecturer an der University of Sheffield. Sie zog 2018 mit ihrer Familie zurück nach Deutschland und ist momentan als freiberufliche Logopädin und Seminarleiterin tätig.

Warum passt der Schal zum Wal? Phonologische Bewusstheit im Kindergarten– und Vorschulalter

Hintergrund

Phonologische Bewusstheit (PhB) bezeichnet ein komplexes Konstrukt. Es wird definiert als die Fähigkeit eines Individuums, die phonologische Struktur eines Wortes unabhängig von dessen Bedeutung wahrzunehmen, zu analysieren und zu manipulieren. Die Entwicklung der PhB erscheint bereits im Vorschulalter u. a. für den Phonologieerwerb und den nachfolgenden Lese-Rechtschreib-Erwerb von großer Bedeutung. Kinder mit Sprach- und Sprechauffälligkeiten zeigen z. B. schwächere Leistungen in PhB-Aufgaben. PhB kann bereits im Vorschulalter gefördert werden. Jedoch profitieren sprachauffällige Kinder wenig von einer PhB-Gruppenförderung und benötigen eine individuelle Intervention. Defizite in der PhB sollten daher frühzeitig diagnostiziert und gezielt gefördert werden.

Seminarbeschreibung

Das Seminar beschäftigt sich sowohl mit dem theoretischen Konstrukt als auch mit der Entwicklung der PhB im Kindergarten- und Vorschulalter. Außerdem wird die Bedeutung der PhB für unterschiedliche Aspekte der Sprach- und Schriftsprachentwicklung thematisiert. Des Weiteren wird die Differentialdiagnostik der PhB anhand konkreter Fallbeispiele und des Tests für Phonologische Bewusstheitsfähigkeiten (TPB, Fricke & Schäfer, 2008) dargestellt und besprochen. Es wird zudem diskutiert, wie Diagnostikergebnisse in der Therapieplanung berücksichtigt und umgesetzt werden können. Abschließend werden mögliche Therapieansätze und -materialien vorgestellt.